Die Firmengeschichte beginnt in den fünfziger Jahren als Giovanni Battista Cantele noch Vermittler von losem Wein aus Apulien war.
Bald schon beschließt er, von Norditalien (Veneto) nach Apulien umzuziehen, umso näher an der Produktionszone der von ihm vertriebenen Weine zu sein. Sein Sohn Augusto, der am Centro di Ricerca per la Viticoltura in Conegliano, einem Forschungszentrum für Weinbau, studierte gründete im Jahr 1979 mit seinem Bruder Domenico die Kellerei Cantine Cantele.
Anfangs war ihre Tätigkeit das Abfüllen und Verkaufen von apulischen Weinen. Die Firmenphilosophie ist die Suche und Entwicklung von Qualität, aus diesem Grund wurden in den darauffolgenden Jahren Weinberge in der besten Anbauzone des Salento dazugekauft.
Ende der 90er Jahre besitzt das Unternehmen 200 Hektar Weinberge und im Jahr 2003 wurde in Guagnano, dem Herzen der Produktionszone der Weine aus dem Salento, eine neue und moderne Kellerei gebaut. Mit der Weinernte 2004 wurde unter der Führung des Agronomen Cataldo Ferrari und unter der Mitarbeit der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bari erstmals, ein „agronomisches Programm“ gestartet, um Trauben mit besserer Qualität zu ernten. Mit dieser Technik soll eine Minimierung der Auswirkungen auf die Umwelt und das Vorhandensein von Pestizidrückständen im Wein erreicht werden.
Es wird also nach organisch-biologischen Prinzipien im Weinberg gearbeitet. Heute wirken die Kinder der beiden Gründer Cantele, Gianni und Paolo, zusammen mit Umberto und Luisa, mit großer Begeisterung und neuen Ideen am guten Gelingen mit. Das Ziel ist vor allem der Anbau sortentypischer Weine, darum produziert Cantele vor allem autochthone Trauben wie Negroamaro, Primitivo, Fiano und Verdeca, insgesamt jährlich 1.500.000 Flaschen.
Die Weine von Cantele werden in Italien und auf vielen ausländischen Märkten geschätzt, weil – wie bereits erwähnt – stets großes Augenmerk auf Qualität gelegt und die Weinrebe unter Anwendung von innovativster Biotechnologien bearbeitet und gepflegt wird.
Primitivo ist eine italienische Rebsorte mit schwarzen Beeren, deren Ursprung mit dem kalifornischen Zinfandel und der kroatischen Rebsorte Plavac Mali gemeinsam ist.
Der Name „Primitivo” bezeichnet die Rebsorte, also die botanische Sorte, und ist keine geschützte geografische Bezeichnung. Der Name leitet sich von der frühen Reife der Trauben ab. Sie wird oft als „Alberello” angebaut, was eine geringe Produktion, aber eine außergewöhnliche Qualität garantiert.
In der Vergangenheit wurde er vor allem als Verschnittwein verwendet. Durch die Reduzierung der Erträge, die Rückkehr zu traditionellen Anbaumethoden und die Verwendung präziserer Weinbereitungstechniken hat der Primitivo jedoch zu hochwertigen Produkten geführt, die heute von der breiten Öffentlichkeit geschätzt werden.
Die Rebsorte Primitivo hat antike Ursprünge und gelangte vermutlich durch die Illyrer vom Balkan nach Apulien, als die Phönizier ihren Handel im Mittelmeerraum ausbauten. Während der griechischen Kolonisierung Süditaliens im 7. Jahrhundert v. Chr. verbreiteten sich andere Rebsorten vor allem in Kampanien und Lukanien, jedoch nicht in Apulien. In der Römerzeit unterschied man zwischen „vinum” (aromatisierter Wein) und „merum” (reiner Wein). Von diesem Begriff leiten sich noch heute die apulischen Dialektwörter „mière” und „mieru” ab.