Als das Weingut 1975 seine Arbeit aufnahm, war auch schon eine Brennerei angeschlossen, die als eine der ersten im Trentino nur Grappa aus einzelnen Rebsorten brannte. 1982 wurde die kleine Brennanlage durch eine modernere ersetzt, die langsamer arbeitete, aber eine bessere Qualität lieferte. Seit 1985 werden neben den Trestern auch verschiedene Obstsorten wie Kirschen, Aprikosen, Quitten, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen, Vogelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Äpfel, Holunder, Erdbeertrauben, Enzian, Williamsbirnen gebrannt. Nur regionale Früchte zu verwerten, ist einer der Grundsätze des Unternehmens.
Für die Produktion des Grappa, des Weinbrandes und der Obstbrände Vogelbeere, Holunder sowie Quitte kann auf die Trauben und Früchte des eigenen Bodens zurückgegriffen werden. Die restlichen Früchte kommen aus ausgewählten Zonen, in denen sich Qualität und Aroma besonders gut entwickeln.
Durch einige Studienreisen nach Frankreich besonders in die Wein-Regionen Cognac und Armagnac entstand 1986 das Projekt Weinbrand. Zum ersten Mal vinifizierte man Trauben (Vernatsch aus hohen Lagen in Faedo und Lagarino im Cembratal), um einen Grundwein für die Destillation zu gewinnen. Zehn Jahre lang beobachtete man die Reifung des Destillats in Barrique. Im Jahr 1997 erschien die erste Flasche „Acquavite Divino“, Jahrgang 1986, auf dem Markt.
Grappa wird aus Trester gewonnen, das sind die festen Reste der Trauben, die nach dem Keltern für die Weinherstellung übrig bleiben. Das Produkt ist eng mit der Weinkultur Norditaliens verbunden und ein gutes Beispiel für die sinnvolle Nutzung von Nebenprodukten der Weinherstellung.
Die Ursprünge des Grappas gehen vermutlich bis ins Mittelalter zurück. Durch die Verbreitung von Destillationstechniken wurde es möglich, Trester zu sammeln und in ein alkoholisches Getränk zu verwandeln. Die Produktion von Grappa war ursprünglich auf ländliche und häusliche Bereiche beschränkt, in denen er aufgrund seiner wärmenden und energiespendenden Eigenschaften geschätzt wurde.
Aus produktionstechnischer Sicht wird Grappa durch die Destillation von Trester in speziellen Kupferkesseln gewonnen. Im Ergebnis erhalten wir ein Destillat mit einem Alkoholgehalt zwischen 37,5 % und 60 %. Nach der Destillation kann das Produkt sofort abgefüllt oder einer Reifezeit in inertem Behälter oder Holzfässern unterzogen werden. Dies hat einen Einfluss auf seine organoleptischen Eigenschaften.
Im Laufe der Zeit hat Grappa eine bedeutende rechtliche und qualitative Anerkennung erlangt. Die Bezeichnung „Grappa“ wird heutzutage für Destillate verwendet, die in Italien aus Trester von im Inland angebauten und zu Wein verarbeiteten Trauben hergestellt werden. Die vorliegende Auflage unterstreicht die Verbindung zwischen dem Produkt, dem Gebiet und der italienischen Weintradition.