Im Jahr 1979 erwarb der friaulische Unternehmer Loretto Pali ein kleines Weingut im Dorf Cormòns im Herzen der Region Friaul-Julisch Venetien. Von Anfang an widmete er sich mit Leidenschaft und Entschlossenheit der Herstellung von Qualitätsweinen und setzte sich dafür ein, die Identität und das Potenzial des lokalen Terroirs zur Geltung zu bringen.
Seine Vision und sein Unternehmergeist veranlassten ihn im Jahr 1987 zu einem entscheidenden Schritt: Er erwarb das historische Weingut Castello di Spessa im Herzen des Collio Goriziano. Diese Gegend zählt zu den renommiertesten Lagen Friaul-Julisch Venetiens, wo Landschaft, Geschichte und Weinbautradition zu einem faszinierenden Ganzen verschmelzen.
Im Laufe der Jahre ist das Weingut stetig gewachsen und hat kontinuierlich sowohl in die Bewirtschaftung der Weinberge als auch in die Weinbereitungstechniken investiert. Unter anderem wurde der historische Kellerkomplex für die Weinbereitung und Abfüllung modernisiert. Die unterirdischen Reifekeller des Castello, die bis zu 18 Meter tief reichen und sich über mehrere Ebenen erstrecken, bieten mit ihren natürlichen Bedingungen ideale Voraussetzungen für die Reifung der Weine.
Die 100 Hektar Rebfläche erstrecken sich über zwei renommierte Anbaugebiete: Collio DOC und Friuli Isonzo DOC. Aus diesen Lagen entstehen Weine, die den Charakter und die Vielfalt der Region Friaul-Julisch Venetien voll zur Geltung bringen. Die Produktionsphilosophie besteht darin, die besonderen Merkmale jedes einzelnen Weinbergs und jedes Jahrgangs hervorzuheben und dabei den authentischen Reichtum sowie die Nuancen der friaulischen Terroirs einzufangen.
Das Wahrzeichen des Weinguts ist das Castello di Spessa, ein eindrucksvolles historisches Anwesen, das inmitten sanfter, mit Weinbergen bedeckter Hügel liegt. Seine Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals wurde das Bauwerk als Verteidigungsanlage errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es erweitert und in einen Adelssitz umgewandelt. So erhielt es sein elegantes Erscheinungsbild, das es bis heute bewahrt hat. Heute ist das Anwesen restauriert und aufgewertet worden und zu einem Ort geworden, der der Gastfreundschaft, der Kultur und der Önologie gewidmet ist. Bei einem Besuch hat man den Eindruck, eine Zeitreise zu unternehmen: Adelige Atmosphäre und entspannende Ausblicke wechseln sich ab, während man die authentischen Aromen des Collio-Gebiets entdeckt.
Das Collio-Gebiet, nahe der Grenze zu Slowenien gelegen, ist eine der renommiertesten italienischen Weinregionen für Weißweine. Zwischen 120 und 250 Metern über dem Meeresspiegel erheben sich im Collio sanfte Hügel, auf denen sich rund 1.300 Hektar Weinberge erstrecken. Sie bilden ein Mosaik aus Parzellen, die Weine von bemerkenswerter Eleganz und Komplexität hervorbringen.
Das Geheimnis dieses Gebiets liegt in seinem einzigartigen Boden, der sogenannten „Ponca“: einer geschichteten Mischung aus Mergel und Sandstein. Sie verleiht den Weinen eine ausgeprägte Würze und Mineralität und unterstreicht die Ausdruckskraft jeder Rebsorte. Dank dieser besonderen Boden- und Klimabedingungen verfügen die Weine des Collio über ein außergewöhnliches Alterungspotenzial und entwickeln sich im Laufe der Zeit mit Anmut, Tiefe und aromatischer Finesse.
Etwas weiter südlich erstreckt sich das Isonzo-Gebiet entlang des Flusses, nach dem es benannt ist. Der Fluss hat die Landschaft geprägt und das lokale Mikroklima beeinflusst. Die Böden weisen hier eine charakteristische Struktur auf: Eine oberflächliche Schicht besteht aus mineralreicher, roter Erde, darunter befindet sich eine Schicht aus Lehm und Stein. Diese Elemente verleihen den Weinen Frische, Ausgewogenheit und eine bemerkenswerte Trinkigkeit.
Während die Weine des Collio für ihre Intensität und ihr Alterungspotenzial bekannt sind, zeichnet sich das Isonzo-Gebiet durch die Produktion lebhafter und geradliniger Weine aus, die jung genossen werden sollten.
Zwei unterschiedliche Seelen, vereint durch eine einzige große önologische Tradition, die in jedem Glas die Schönheit und den Reichtum dieser Region zum Ausdruck bringt.